365 Brücken

 Veröffentlicht von am 18.09.2014
Sep 182014
 

Irgendwann im September letzten Jahres stolperte ich über eine Seite, die sich „Hamburgs Brücken“ nennt. Auf einem Jimdo-Blog stellte jemand namens „kurzundknapp“, täglich eine der vielen Hamburger Brücken vor.
Das Projekt hatte sofort mein volles Interesse. Besonders faszinierend fand ich, dass die täglichen Postings die Brücken weniger katalogisieren, sondern vielmehr Geschichten zur Umgebung erzählen, häufig gespickt mit aufwendig recherchierten, historischen Details. Der erste Kommentar war schnell geschrieben und der Kontakt zur Autorin aufgenommen.

auf Brücken durch Hamburg

Für mich und viele andere Leser beginnt im September 2013 eine virtuelle Reise kreuz und quer durch die Hansestadt. Von der Speicherstadt, über den Hafen, entlang der Ufer von Alster, Bille, Wandse und der vielen Kanäle, über Straßen, Stiege und Hochbahnstrecken führt Bloggerin Sabine Sternberg den Leser durch alte Stadtteile, neumoderne Quartiere und die einmalige Industierlandschaft des Hafens.

Immer wieder erfahren wir faszinierende, originelle und manchmal auch verstörende Dinge, die sich in den verschiedenen Epochen der hamburgischen Geschichte zugetragen haben. Auf der Spur der Brücken lerne ich Hamburg neu kennen. Die Brücken verbinden kleine Geschichten mit der großen Geschichte der Hafenstadt. Dazu verlinkt die Autorin immer wieder auf interessante Blogs und andere lokale Websites, die zum Weiterlesen einladen und baut so selber Brücken. Das ist es, was den Charme dieses Blogs ausmacht.

Da Sabine die täglichen Artikel immer auch konsequent in den großen Sozialen Netzwerken teilt, kommt schnell ein Stamm interessierter Leser zusammen. Dort wird nicht nur über die Beiträge diskutiert, sondern es kommen auch Vorschläge zu berichtenswerten Brücken, oft auch gleich mit Fotos. Diese werden dann immer sehr schnell veröffentlicht.

Dynamik

Die Resonanz auf das Blog wächst stetig und die Seite findet zunehmend Beachtung in der lokalen Blogger-Szene. Immer häufiger berichten andere Blogs über die „Brücken“ und sie werden schnell zu einer festen Größe in der hanseatischen Blog-Sphäre.

Mit dem steigenden Feedback halten immer wieder neue Ideen bei „Hamburgs Brücken“ Einzug. Beispielsweise erhalten Einträge am Artikelfuß eine Open-Streetmap Karte, die die Lage der jeweiligen Brücke anzeigt. Auch eine A-Z Liste wird gewünscht.

Doch schnell werden auch die Einschränkungen der Jimdo-Plattform deutlich. Neben der umständlichen Adresse und begrenzten Gestaltbarkeit ist auch die Anzahl der sichtbaren Posts limitiert.

WordPress, die erste…

Es hilft also nichts, es muss ein „ordentliches“ Blog-System her. Nach ausgiebigen Beratschlagungen mit den „Fans“ auf Twitter und Facebook entschließt sich „kruzundknapp“, den Sprung in die WordPress-Welt zu wagen. Obwohl die Autorin behauptet, von „Technik“ keine Ahnung zu haben, wagt sie sich an die komplexe Administration des WordPress-Systems und migriert die Seiten im Rekordtempo auf die neue Plattform.
Das mit „keine Ahnung von Technik“ ist eindeutig tiefgestapelt ;-), denn nach einigen arbeitsintensiven Nächten geht „hamburgsbrücken.wordpress.com“ am 08. Januar 2014 online.

Hör mal

Die nächste Innovation bringt „Hamburgs Brücken“ aufs Smartphone und ins Ohr:
„Es gibt wieder einmal etwas Neues von mir: Hamburgs Brücken könnt Ihr Euch jetzt auch anhören“, schreibt „kurzundknapp“ am 22. Februar 2014.
Über den Dienst „AudioguideMe“ kann man seitdem viele der vorgestellten Brücken per App auf dem Smartphone abrufen. Der Clou: die App lokalisiert die Brücken (und viele andere Audios), in deren Nähe man sich gerade befindet. Dieses Feature ist zunächst auf die Apple-Welt beschränkt, seit kurzem stehen nun auch eine Android- und eine Web-App zur Vefügung.

WordPress, die zweite…

Mit der Veröffentlichung der 200sten Brücke, der Kersten-Miles-Brücke am 12. April 2014 erfolgt dann der Aufstieg in die „Königsklasse“ der Blogs. Angespornt durch die guten Erfahrungen mit der WordPress.com Plattform ziehen die Brücken in einer weiteren energischen Hauruck-Aktion auf ein selbst gehostetes WordPress Blog um und sind seitdem auf „hamburgsbrücken.de“ zuhause.

Damit wird auch der Einsatz des Karten-Plugins „WP-OSM-Plugin“ möglich. Das geniale Plugin mit seinen vielfältigen und gut durchdachten Optionen, ermöglicht nicht nur die Einbettung einer dynamischen Landkarte in den jeweiligen Artikeln, sondern generiert auf „Hamburgs Brücken“ daraus automatisch eine Übersichtskarte [http://www.hamburgsbruecken.de/uebersichtskarte/]. Hier kann man sich quer durch Hamburg durch alle jemals veröffentlichten Brücken-Berichte klicken. Probiert’s mal aus, es mach Spaß.

Mit der neuen Webadresse legt „kurzundknapp“ ein gutes Timing hin, denn mittlerweile werden auch die „Großen“ auf Hamburgs Brücken aufmerksam. Bei Hamburg.de eröffnen die Brücken die Serie „so bloggt Hamburg“.
Auch eine Fernsehreportage ist bereits im Kasten und wartet auf die Ausstrahlung.
Derweil bloggt die Autorin unbeirrt und pragmatisch weiter.

Verbindungen

In den vergangen 12 Monaten haben „Hamburgs Brücken“ mit ihren täglichen Postings auch im Web viele neue Brücken gebaut. Eine wachsende Gruppe von Lesern verfolgt täglich die Brücken-Artikel. Besonders in der quirligen Hamburg Community auf Google+ werden die Artikel gerne gelesen und diskutiert. Auch in der schnelllebigen Twitter-Welt haben sie viele Follower gefunden. Über die Kanäle der Sozialen Netzwerke kommen dann auch immer wieder Leser-Vorschläge zu Brücken-Artikeln. City Nord, die Mundsburg und viele Brücken aus Hamburgs Süden haben über die „Brücken Community“ so schon ihren Weg ins Blog gefunden.

Und immer wieder gibt es auch Rätsel zu lösen und Sabine ruft auf allen Kanälen #Followerpower aus. Namenlose Brücken, verschwundene Brücken, angebaute Brücken und Zufallsfunde werden analysiert und mit dem geballten Wissen der Community unterfüttert.

Eine eigene Community zu bilden, muss man auch erst mal schaffen, doch es ist tatsächlich mittlerweile ein Kreis von Lesern entstanden, die sich immer wieder einbringen und „Hamburgs Brücken“ begleiten.
Hier alle aufzuzählen, ist kaum möglich. Daher möchte ich stellvertretend für die vielen Leser und Unterstützer einmal zwei Menschen besonders erwähnen.

Zum einen Olaf Ruppert von der Agentur Blicke Deeler, der beim Umstieg auf WordPress mit Rat und Tat beiseite stand.

Außerdem MiKa, den Autor des WP-OSM-Plugins. Er hat die Technik für die geniale Übersichtskarte auf Basis der WordPress Datenbank und Open Streetmap entwickelt. Dass er im österreichischen Graz zuhause ist, zeigt immerhin, wie weit Hamburgs Brücken tatsächlich reichen. 😉

Nr. 365

Na und ich selbst gebe auch immer mal wieder gerne meinen Senf dazu.
„Hamburgs Brücken“ seit einem Jahr zu lesen und zu begleiten, bereitet mir jeden Tag Freude. Ab und an darf ich sogar einen Gastbeitrag  veröffentlichen.
Dass ich allerdings heute die 365te Brücke vorstelle, dafür kann ich mich bei Sabine nur ganz herzlich bedanken. Fast hätte es übrigens nicht geklappt mit dem Bericht, da Brücke Nr. 365 gerne mal streikt…

…aber lest doch einfach selbst »

  2 Antworten zu “365 Brücken”

  1. Lieber Sascha,

    ich danke dir wirklich von ganzem Herzen. Dieser Artikel ist wirklich wunderbar geschrieben – manches hatte ich gar nicht mehr so in Erinnerung. Die Chronologie so nachzulesen ist wirklich sehr interessant und ich finde es auch großartig von dir, Blickedeeler und MiKa zu erwähnen sowie die Netzwerke mit ihrem Zutun.

    Freuen wir uns auf viele weitere Brücken aus unserer schönen Stadt.

    Viele Grüße Sabine

    • Hallo Sabine,

      das war mir ein Vergnügen. Schließlich sind die Brücken seit einem Jahr meine erste Lektüre zum Tagesanfang. 😉

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