Einsteigen Bitte 3

 Veröffentlicht von am 21.10.2012
Okt 212012
 

Die „Weiße Flotte hat uns wohlbehalten an den Jungfernstieg gebracht. Von hier aus wollen wir unsere Reise in historischen Vehikeln fortsetzen. Letztes Ziel des Tages ist Bergedorf.

 nach Bergedorf mit Umstieg

Sechzehn Meter unter dem Anleger der Alsterflotte am Gleis 3 der Station Jungfernstieg warten wir auf den „Hanseat“ der Hochbahn. Doch der DT1 ist defekt. Bereits bei einer Hochzeitsfeier am Vorabend musste der Party-Zug von einer Akkulok gezogen werden.
Stattdessen fährt ein DT2 der „ewigen Einsatzreserve“ ein. Mit 50 Jahren auf dem Buckel auch schon historisch. Dreimal wurde diese Baureihe bereits außer Dienst gestellt, doch noch immer werden 15 Einheiten in Reserve gehalten und als Ersatz- und Verstärkerzüge eingesetzt.

Der Charme der 80er Jahre umfängt uns angesichts des gediegenen Interieurs. Dass die Fahrzeuge überhaupt noch eingesetzt werden können, verdanken sie einer umfangreichen Sanierung in den 80ern.

Am Berliner Tor begegnen wir dann noch einmal dem TU2, der wie in alten Tagen unermüdlich auf dem Ring seine Runden dreht.

Vielleicht war dies eine der letzten Gelegenheiten, noch einmal in Ruhe mit dem DT2 zu fahren. Mit der Einführung des DT5 ab Ende des Jahres, dürften die Tage der alten Züge gezählt sein.
Mittlerweile sind wir schon kurz vor der Haltestelle Billstedt.

Wir wechseln das Fahrzeug, jedoch nicht die Epoche. Der Magirus-Deutz „Saturn II“ dürfte ein ähnliches Baujahr haben, wie der U-Bahn Zug. Allerdings ist er im Gegensatz zu letzterem weitgehend im Originalzustand erhalten.

Schlangenlederimitat und solide Analogtechnik bestimmen das Innere des Reisebusses von 1962. Die Türen werden von Hand bedient und auch Gelenkt wird ohne Servounterstützung. Damals waren Busfahrer noch „Kraftfahrer“, versichert uns der Chauffeur.

Oberlichter sorgen für eine helle Atmosphäre im Innern und machen die Tour zu einer „Panorama-Fahrt“.
Bei Sommerwetter dürfte es in dem Wagen allerdings recht warm geworden sein.

Auch rückwärtig ist der Oldtimer mit dem runden Heck schön anzuschauen.
Wir sind in Bergedorf angekommen.

Treffen der Generationen – der Niederflurgelenkbus aus dem einundzwanzigsten neben seinen Vorfahren aus dem zwanzigsten Jahrhundert.

Und Zurück an den Start. Der „ET 171“ wartet bereits an Gleis 5 auf die Fahrt zurück zum Berliner Tor.
Die letzte Etappe unserer historischen Tour wollen wir mit dem S-Bahn Zug Baujahr 1958 zurücklegen.

Vor der Abfahrt.
Der Zug fährt als „Express“ ohne Halt direkt zum Berliner Tor. Im Laufe des Tages haben die Fahrer das optimale Tempo und perfekte Timing ausbaldowert, um eingereiht in den regulären Taktbetrieb ohne „Gejuckel“ durchzufahren.

Den Scheibenwischer mit Handbetrieb dürfen wir vor Fahrtbeginn selbst ausprobieren. Der Zug ist abgesehen von der nötigen Sicherheitstechnik, wie PZB im Wesentlichen im Urzustand.

Der alte Netzplan im Fahrzeug kennt noch keinen Innenstadttunnel, dafür aber noch einige Linien mit Dampfbetrieb.

Wir durchqueren Hammerbrook und nähern uns dem Ende der Fahrt. Die Hochhäuser am Berliner Tor tauchen am Horizont auf, davor das Gewölbe des „Berliner Bogens“.

Und so endet unser „Verkehrshistorischer Tag“ am Berliner Tor. Von hier aus geht es mit der „normalen“ U-Bahn nach Hause.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen freiwilligen Zugführern, Schaffnern und Chauffeuren, die diesen Tag jedes Jahr sehr nett und mit viel Sachverstand begleiten und ermöglichen.

Mehr Infos zum Verkehrshistorischen Tag findet man im Netz unter:
http://www.verkehrshistorischer-tag.de/

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