Franz Andreas Meyer

 Veröffentlicht von am 03.10.2013
Okt 032013
 

Was haben die Feenteichbrücke an der östlichen Außenalster und die Hamburger Speicherstadt gemeinsam? – Beide entstanden zur selben Zeit in den 80er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts und beide wurden von  Andreas Meyer gebaut.
Denkt man an berühmte Hamburger Baumeister, so fällt einem nicht unbedingt sofort der rührige Ingenieur ein,  der mit vollem Namen „Franz Ferdinand Carl Andreas Meyer“ hieß. Dabei hat er das Gesicht der Hansestadt im Großen, wie im Kleinen bis heute geprägt, wie nur wenige vor und nach ihm.

Herr der Brücken

Zwar wächst der 1837 in Hamburg geborene Andreas Meyer in der Hansestadt auf, sein Studium zum Bauingenieur absolviert er jedoch am Polytechnikum in Hannover. Nach Zwischenstationen bei der Eisenbahnverwaltung in Hannover und Bremerhaven kehrt er 1862 nach Hamburg zurück. Dort arbeitet er zunächst bei der Hamburger  Schiffahrts- und Hafen-Deputation und ab 1868 bei der Baudeputation, wo er 1872 schließlich zum Oberingenieur berufen wird. Neben Planungstätigkeiten beim Ausbau des Hafens schafft Meyer in dieser Zeit auch eine ansehnliche Reihe von Einzelbauwerken, darunter viele bekannte Hamburger Brücken. So entstehen u.a. die Feenteichbrücke, die Trostbrücke, die Heiligengeistbrücke und die Brooksbrücke auf Meyers Zeichenbrett.

 

Speicherstadt

Letztere ist Teil seines wohl größten architektonischen Werkes, dem Bau der Hamburger Speicherstadt.  Bei dem ab 1883 entstehenden Lagerhauskomplex hat Meyer die Bauaufsicht und leitet ein ganzes Konsortium von Architekten und Ingenieuren. Meyers Hang zur „Hannoverschen Schule“ verdanken wir das charakteristische Erscheinungsbild der Speichergebäude, die sich mit ihren Rundbögen, Ornamenten und blankem Klinker an der mittelalterlichen Backsteingotik orientieren.
Neben Planung und Bauleitung für das Gesamtprojekt gestaltet er auch  einige Bauten selbst, so auch die oben genannte Brooksbrücke über den Zollkanal.

 

Kaltehofe

Doch nicht nur die Infrastruktur um und über Hamburgs Gewässer beschäftigen Meyer, sondern zunehmend auch die Frage, wie sauberes und gesundes Wasser in Hamburgs Haushalte kommt. Schon früh engagiert er sich für die Modernisierung der Hamburger „Wasserkunst“. Dazu zählt vor allem der Bau einer Elbasserfiltrationsanlage auf der Insel Kaltehofe. Diese bereits in den 80er Jahren geplante Anlage wird von der Hamburger Politik als teuer und unnötig angesehen. So bedarf es erst einer verheerenden Choleraepidemie und harscher Kritik von Robert Koch, bis die Stadtväter das Vorhaben endlich mit Nachdruck voran treiben und das Werk 1893 schließlich in Betrieb gehen kann.

 

Stadtplanung

Neben der Planung und Gestaltung vieler Einzelprojekte, darunter auch einiger Hamburger Parkanlagen, prägt Meyer als Oberingenieur der Hansestadt auch das Gesamtbild Hamburgs maßgeblich. Er ist es, der bis 1896 einen Generalplan für Hamburgs Infrastruktur erstellt, welcher in späteren Jahren als Bebauungsplan wertvolle Dienste leistet. Dort ist sogar schon der Platz für den späteren Stadtpark vorgesehen.

 

Andenken

Trotz seines bis heute wirkenden Engagements für Hamburgs Stadtentwicklung erfährt Meyer in seiner Heimatstadt nie eine besonders große Würdigung. Dies mag u.a. daran liegen, dass den Hamburger Kaufleuten der Stil der „Hannoverschen Architekturschule“ nicht zusagt.
In Billbrook, in der Nähe des Filtrierwerks erinnern heute die Andreas-Meyer-Straße und eine gleichnamige Brücke an Meyer. Die  Andreasstraße in Winterhude ist ebenfalls nach ihm benannt.
Doch mit den Früchten seiner Arbeit kommt man in Hamburg tagtäglich in Berührung. Ob nun die Renovierung des Bergedorfer Schlosses, das Becken des Sandtorhafens, der Innocentiapark, oder die Anlagen des Ohlsdorfer Friedhofs, Meyer war an der Planung und Schaffung vieler typischer Hamburger Wahrzeichen auf die eine, oder andere Art beteiligt.
Immerhin – auch heute noch scheint sich mancher Hamburger an Franz Andreas Meyer zu erinnern. So würdigt beispielsweise „GC10HX7“ Meyers Andenken auf zeitgenössische Weise.

zum Thema

Daten zu GC10HX7
Kaltehofe auf cupofcoffee.de

Hamburgs Brücken -> Blog

 

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