ganz schön stoned…

 Veröffentlicht von am 29.12.2014
Dez 292014
 

Noch ein kleiner Museumstipp zum Jahreswechsel:
„Mineralogisches Museum“ klingt zwar im ersten Moment vielleicht trocken und staubig, aber wer schimmernde, glitzernde, funkelnde Steine mag, sollte unbedingt mal bei der UNI Hamburg an der Grindelallee 48 vorbei schauen.

unter unseren Füßen

Ein Kind in der Gruppe ist bei einem Museumsbesuch ja immer ein guter Indikator, wie spannend eine Ausstellung ist (oder eben nicht) und so hatte ich mich auf eine Besuchszeit von 1½ Stunden eingestellt. Daraus wurden am Ende fast 3 Stunden, denn die Ausstellung, die die Universität Hamburg im Laufe der Zeit zusammengestellt hat und auf rund 450m² präsentiert, ist für Erwachsene und Kinder gleichermaßen faszinierend und fesselnd.

Da sind zum einen natürlich die „klassischen“ Vitrinen, die Quarze, Erze und Kristalle aller Art beherbergen. Sie sind jedoch didaktisch so gut aufbereitet, dass man schnell in der Lektüre der Begleittexte versinkt. Als Erwachsener, dessen Schulzeit vielleicht schon ein paar Jahrzehnte zurück liegt, kommt man dabei schon etwas ins Schwitzen. Die wunderbar präsentierten leuchtenden „Steine“ trösten dabei aber schnell über gewisse eigene Lücken beim Periodensystem der Elemente hinweg… Wenn man ein klein wenig Gefühl für Schönheit hat, ziehen einen die kleinen funkelnden Kristalle und Edelsteine einfach in ihren Bann.

Zum anderen sind da unzählige Exponate und Themen, die einen immer wieder staunen lassen.
Besonders faszinierend finde ich persönlich die uralten versteinerten Baumstämme und Baumscheiben, auf denen 180.Mio Jahre alte Jahresringe einen vorzeitlichen Klimakalender konserviert haben.
Der 424 kg schwere Eisenmeterorit ist ebenso beeindruckend, wie sein fingergroßes Pendant, das vom Mars stammt.

Ganz irdisch ist der Werdegang von Quarzsand über den Waver zum Computerchip dargestellt. Genauso spannend anzuschauen ist die Herstellung von synthetischen Diamanten und die Bearbeitung eines Rohkristalls mittels Brillantschliff. Spätestens bei den Nachbildungen der britischen Krondiamanten merken wir dann, dass wir inzwischen irgendwie beim Fach Geschichte angelangt sind.

Bei mir sind von der Ausstellung noch viele kleine Informationen hängen geblieben, die ich kaum alle hier aufzählen kann: Blitze hinterlassen filigrane Röhren in Sandböden; In Hamburgs Untergrund gibt es mehrere Ölfelder; Der Impakt im Nödlinger Ries hat in Tschechien einst Glas regnen lassen.

Unterm Strich war der Besuch ein spannender Ausflug durch die Disziplinen Chemie, Physik, Geschichte und natürlich Geologie, begleitet von dem anmutigen Leuchten der unzähligen Kristalle.

Geht da mal hin, es gibt viel zu entdecken!

Mehr Informationen findet man auf der Homepage des
Mineralogischen Museums Hamburg
Grindelallee 48

 

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