Geodatenbank mit WordPress

 Veröffentlicht von am 27.02.2015
Feb 272015
 

Seit gut eineinhalb Jahren nutze ich auf „cupofcoffee“ das WP OSM Plugin, um meine Blogbeiträge und Fotos geographisch darzustellen. Im Laufe der Zeit ist so eine persönliche Geodatenbank entstanden. Mit den letzten Updates des Plugins sind einige interessante Funktionen hinzu gekommen und die Handhabung ist deutlich einfacher geworden. Zeit, auf die Neuerungen einzugehen.

WP OSM Plugin

Fotoblogs, Reiseblogs, Geschichtsblogs, Brückenblogs… es gibt viele Fälle, in denen es interessant ist, einen Blogbeitrag um geographische Informationen zu ergänzen. Bei einem einzelnen Beitrag mag dazu eine einfache Grafik im Artikel völlig genügen, doch wenn regelmäßig Ortsinformationen im Blog dargestellt werden sollen, ist der Einsatz eines Geoplugins die bessere Alternative, denn damit erhält man Zugriff auf Kartenmaterial, das sich selbst aktualisiert und dem Besucher die Möglichkeit bietet, in der Karte zu navigieren.
Da bei WordPress ohnehin im Hintergrund eine SQL-Datenbank werkelt, macht es Sinn, diese auch zur Speicherung der Geodaten zu nutzen. Auch dies ist ein Feature, welches das WP OSM Plugin wunderbar beherrscht.

Controls im WP Backend: links der komfortable Shortcode-Generator, rechts das Control für Datenbankeinträge.

 

Grundsätzlich bietet das Plugin dem Webmaster zwei Möglichkeiten, Karten in sein Blog einzubinden. Zum einen können Shortcodes mit festen Koordinaten generiert und direkt in den Artikeltext eingebunden werden, zum anderen können Geoinformationen per „Custom Fields“ in der Datenbank eingepflegt und per Widget dargestellt werden. Auch eine Kombination beider Varianten ist möglich.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der zweiten Variante, die m.E. eine der Stärken des WP OSM Plugins ausmacht. Eine generelle Übersicht über die vielfältigen Möglichkeiten der Software bietet die Plugin Homepage.

Geotags eintragen

Das Eintragen von Geodaten in die WordPress Datenbank war bis vor Kurzem noch mit einiger Handarbeit verbunden. Seit Februar 2015 steht im WordPress Backend nun jedoch ein Contol zur Verfügung, mit dem sich die Datenbankeinträge schnell und interaktiv erledigen lassen.
Per Mausrad zoomt man so weit in die Karte hinein, bis sich die gewünschte Geoposition genau markieren lässt und legt sie dann per Mausklick fest.

Neben der genauen Position kann hier auch das gewünschte Symbol für den Kartenmarker bequem per Dropdown-Auswahl selektiert werden.

Eine direkte Bearbeitung der Datenbankfelder ist also nicht mehr nötig, was die Eingabe enorm beschleunigt.
Lediglich zum Löschen der Geodaten muss man ggf. noch auf den „Custom Fields“ Editor zurückgreifen.

…und darstellen

Zur Darstellung im Beitrag stellt das Plugin zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen ist es möglich, einen entsprechenden Shortcode händisch in den Beitrag zu schreiben.

[*osm_map lat="53.538" lon="10.006" zoom="15" width="600" height="300" control="mouseposition,scaleline" map_border="thin solid orange" theme="ol_orange" marker="53.53812,10.00614" marker_name="wpttemp-red.png"]
Der * muss entfernt werden, um den Code zu aktivieren

Einfacher und praktischer ist jedoch die Verwendung des integrierten Widgets, das seit Version 2.7.1 zur Verfügung steht. Wie jedes Widget kann es im Backend per „Design / Widgets“ positioniert und konfiguriert werden.

Für „cupofcoffee“ habe ich die Position links oben in der Sidebar gewählt. Da in meinem Blog nur ein Ausschnitt des Stadtbereichs dargestellt werden sollen, reicht die Größe aus. Für größere Karten ist der Widget-Bereich über, oder unter dem Artikel allerdings die bessere Wahl.

Das Plugin bietet neben der Standard OpenStreetMap Karte Zugriff auf eine ganze Reihe weiterer Kartentypen. Für „cupofcoffee“ habe ich die schicke „Stamen Toner Map“ gewählt, die zwar nicht ganz so detailliert aufgebaut ist, wie die OSM Karte, jedoch für meine Zwecke ausreicht und vom Design sehr gut zum Blog Theme passt.

Das Ergebnis ist oben Links in der Sidebar sichtbar. Für diesen Artikel habe ich als Beispiel den Grazer Hauptbahnhof ausgewählt.

Generalkarte

Da die Geodaten in der Datenbank gespeichert sind, bietet es sich an, diese auch für eine Übersichtskarte zu verwenden, die alle Blogposts auf einer statischen Seite anzeigt. Hier habe ich eine deutlich größere Karte eingerichtet und verwende das Standard OpenStreetMmap Material, da der Besucher hier die Möglichkeit haben soll möglichst viele der Blogposts auf einen Blick zu erfassen und recherchieren zu können
Die Einrichtung der Übersichtskarte erfolgt wiederum per Shortcode:

[*osm_map lat="53.56" long="10.017" zoom="12" width="600" height="500" control="scaleline,mouseposition" type="Mapnik" import="osm_l" marker_name="wpttemp-red.png" ov_map="14"]
Der * muss entfernt werden, um den Code zu aktivieren

Auch hier gibt es eine Neuerung. Seit Version 2.9.1 vom Dezember 2014 stellt die Übersichtskarte nun die verschiedenen Marker-Symbole so dar, wie sie auch für die einzelnen Posts festgelegt worden sind.
Damit lassen sich auf der Karte unterschiedliche Themen per Symbol darstellen. Auf „cupofcoffee“ bietet das beispielsweise die Möglichkeit, zwischen Fotos und Blogposts zu unterscheiden. Auch meine Gastbeiträge auf „Hamburgs Brücken“ haben ein eigenes Symbol bekommen.

Die farbigen Linien in der Karte sind GPX-Dateien, die das Plugin neben dem KML-Format ausgeben kann. So lassen sich auch Streckenverläufe in der Karte darstellen. Auch hier ist die Integration deutlich einfacher geworden, denn mit der Version 3.0 bietet der Shortcodegenerator nun auch die Möglichkeit, Pfaddateien direkt einzubinden.

Fazit

Mit der aktuellen Version 3.0 liegt das WP OSM Plugin mittlerweile in einer Form vor, die es auch ungeübten Anwendern leicht macht, die vielen Funktionen des Plugins zu nutzen.

Was alles möglich ist, zeigen die Seiten, die das Plugin einsetzen. Auf „Hamburgs Brücken“ sind mittlerweile über 500 Beiträge zu Brückenbauwerken in der Hansestadt verortet. Auf der Seite „Fotomobil.at“ ist eine Weltkarte voller Fotos zu erforschen. Auf „cupofcoffe“ erfüllt die Karte die Aufgabe einer alternativen Sitemap.

Die Entwicklung des Plugins schreitet sie stetig voran. Mit der vorliegenden Version 3.0 ist die Nutzung einfach wie nie. Angenehm ist dabei auch, dass alle relevanten Lizenz-Informationen zum jeweiligen Kartenmaterial automatisch eingeblendet werden. Die gute Anpassbarkeit des Designs an das eigene Blog-Theme rundet die Sache ab.

Dem Autor des Plugins sei an dieser Stelle herzlich gedankt!
» zum WP OSM Plugin

  3 Antworten zu “Geodatenbank mit WordPress”

  1. Vielen Dank für die tollen Tipps! Auf Hamburgs Brücken hatte ich das Plugin ja schon bewundert und mir auch so etwas gewünscht. Dank deines Artikels habe ich es gestern geschafft und das Plugin in meinen ersten Beitrag eingebaut. Ob es irgendwann Platz in meiner Sidebar finden wird, kann ich noch nicht sagen. Ich probiere noch ein bisschen damit herum und finde heraus, was man alles machen kann.

    Liebe Grüße Sibylle

    • Hallo Sibylle,

      hab´s mir gerade angeschaut, sieht prima aus!
      Das Plugin müsste auch für Deine Urlaubsberichte gut geeignet sein. Watzmann, Jenner und Königssee sind jedenfalls vorhanden. 😉
      Wenn du mal Fragen hast, melde Dich einfach.

      LG Sascha

  2. […] Dieser Artikel ist mit Erscheinen der Plugin Version 2.9.4 nicht mehr aktuell, da das Verfahren zur Einbindung von Geodaten mittlerweile stark vereinfacht wurde!!! Mehr Informationen » sind hier zu finden […]

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