Miniatur Italien, April 2015

 Veröffentlicht von am 02.05.2015
Mai 022015
 

Nach längerer Zeit ergab sich Ende April mal wieder die Möglichkeit, einen Blick auf den aktuellen Bauabschnitt im Miniatur Wunderland zu werfen.
Einem furchtlosen Paparazzo verdanken wir das folgende Bildmaterial, das uns kürzlich zugespielt wurde… 🙂

Nach dem Geländebau und dem Gleisbau beginnt nun auch der Modellbau mehr und mehr, vom neuen Abschnitt Besitz zu ergreifen und ihn mit Leben zu füllen. Gebäude, Fahrzeuge und Miniaturbewohner halten nach und nach in Italien Einzug.
Da jedoch derzeit praktisch alle Gewerke parallel auf der Anlage arbeiten, ist ein großer Teil der bereits fertigen Landschaft in Folie verpackt. Gleiches gilt für die Gleistrassen, denn Holz-, Maler- und Gipsarbeiten würden der empfindlichen Technik und der filigranen Modellbaukunst sonst sehr zusetzen. So ist auch Rom derzeit zum Teil unter Planen verborgen. Ein grüner Fleck schimmert jedoch zwischen den Folienbahnen hervor:

 

das Forum Romanum

 

Zwischen Anlagenkante und Tiber ist ein kleiner Teil des berühmten Forums aus der Römerzeit angedeutet. Zwischen antiken Mauern, kunstvollen Rundbögen und verfallenen Gewölben schweift das Auge über Grünflächen mit antiken Säulen, die von filigranen Pflasterwegen durchzogen sind.

Die feinen, sorgfältig gealterten Modelle machen bereits jetzt neugierig auf das Kolosseum, welches später in direkter Nachbarschaft zu besichtigen sein wird. Vom Kolosseum steht derzeit hin und wieder eine Stellprobe auf der Anlage, die zwar bisher noch ein Pappmodell ist, jedoch bereits jetzt die Dimension des Gebäudes erkennbar macht.

Die Probebauten aus Karton spielen bei der Gestaltung des Italien-Abschnittes eine große Rolle, denn sie helfen Planern und Modellbauern, die Wirkung der späteren Modelle abzuschätzen und zu perfektionieren, bevor der aufwendige Bau der eigentlichen Gebäude begonnen wird. So steht neben dem Kolosseum derzeit noch ein weiteres großes Karton-Bauwerk auf der Anlage:

 

Roma Termini

 

Modellbau ist immer ein Kompromiss, was die Größen betrifft. Selbst bei einer traumhaften Fläche von rund 170 qm, ist es kaum möglich, große Gebäude völlig vorbildgetreu zu reproduzieren. So werden die über 30 Gleise des Roma Termini im Miniatur Wunderland zwangsläufig auf 12 reduziert. Aus modellbahnerischer Sicht ist das im Maßstab 1:87 immer noch gigantisch.

Auch hier helfen Kartonmodelle, stimmige Dimensionen zu erproben. Später sollen die Besucher von der Kopfseite einen guten Blick auf die ein- und ausfahrenden Züge haben, daher darf das Bahnhofsgebäude die Sicht nicht zu sehr einschränken und muss trotzdem realistisch wirken. Die Stellprobe bietet einen guten Eindruck davon, wie sich das Gebäude später einmal in das Gesamtbild einfügen kann.

 

die Wendel

 

Ebenfalls einfügen muss sich die große Gleiswendel, die die italienischen Bahnstrecken auf die Höhe des schweizerischen Anschlussgleises anhebt. Die Verbindung mit der Schweiz und dem Rest der Anlage findet über den Köpfen der Besucher statt.

Die riesige Gleiswendel, die das ermöglicht und nebenbei noch als Verteiler und Schattenbahnhof dienen wird, war eine der ersten Baustellen im Italien-Abschnitt. Inzwischen ist aus dem einsamen Metalltisch ein beeindruckender Eisenbahnknoten geworden.

Natürlich soll dieses Gebilde später nicht sichtbar sein, daher wurden inzwischen Spanten angebracht, an denen mit Drahtgitter und Gips ein Gebirgszug modelliert werden soll. Die interessante Konstruktion kann man dann vermutlich nur noch bei einer Führung hinter die Anlage in Augenschein nehmen.

 

schmaler Grat

 

Am Fuße des Wendelberges fällt der Blick auf eine große leere Holzfläche, auf der später einmal Venedig entstehen soll. Zu sehen ist davon zurzeit noch nichts. Eines ist jedoch schon klar: Der venezianische Kopfbahnhof kann aus Platzgründen leider nicht nachgebaut werden.

Um eine Fahrt mit der Gondel zu machen, muss der Gast daher über den Bahnhof „Stazione di Rocca“ anreisen. Hier haben die Modellbauer aus der Not eine Tugend gemacht. An der schmalsten Stelle des Abschnittes, die von gleich zwei Bahnlinien passiert werden muss, entsteht ein Bahnhof auf zwei Höhenebenen.

Der Besucher kann hier später nicht nur die verschiedensten italienischen Züge aus nächster Nähe betrachten, sondern wird auch auf einen Bahnhof blicken, der vermutlich mit vielen interessanten Details und lustigen Szenen gespickt sein wird. Von hier aus rollen die Bahnen weiter in Richtung…

 

Mittelmeerküste

 

Von Meer und sonnigen Stränden ist bisher noch nichts zu sehen. Die Wasserflächen, die meist aus Gießharz in einem Stück gegossen werden, sind normalerweise immer der letzte große Arbeitsgang beim Bau von Anlagenteilen. Noch aber wächst das Küstengebirge von der Rückseite der Anlage immer weiter nach vorne.

Hier ist der Bau des neuen Abschnitts am weitesten fortgeschritten. Um die gut verpackten Eisenbahntrassen herum entsteht eine lebendige Landschaft aus Draht, Gips, Farben und Gräsern. Historische und moderne Brücken führen über Schluchten und Bäche. Straßen entstehen und auch Gebäude sind hier bereits zu bewundern, teils fest eingebaut, teils als Stellprobe. Sogar die kleinen Wunderlandbewohner sind an immer mehr Stellen unterwegs und vermitteln einen Eindruck davon, wie lebendig die Landschaft einmal sein wird.

 

Lichtspiele

 

Was der Betrachter später nicht sehen wird, ist der Aufwand, den Gerhard Dauscher und sein Team in ein anderes Thema gesteckt haben. Farben und die Beleuchtung Italiens unterscheiden sich von allen bisherigen Bereichen der Anlage. Gerade in die Gestaltung der Mittelmeerküste mit ihren kräftigen, leuchtenden Farben wurde viel Arbeit gesteckt.

Ganze Berge wurden in der Modellwerkstatt vorab als Testmodelle angefertigt, um die Wirkung von Farben und Formen zu überprüfen. Holzklötze mit Farbproben wurden in die Berge gestellt, um die passende Farbgebung für Dörfer zu simulieren.

Auch bei der Lichttechnik beschreitet das Wunderland Neuland. Statt der üblichen Neonröhren in unterschiedlichen Farben wurden im neuen Abschnitt erstmals LED-Elemente installiert. Eine Technik, die noch vor wenigen Jahren als unbrauchbar angesehen wurde. Inzwischen hat sich hier jedoch einiges getan, so dass man den Versuch gewagt hat. Auch Italien wird natürlich einen Tag-Nacht-Rhythmus haben.

 

vorwärts mit viel Aufwand

 

Seit dem September 2014 hat sich auf der Baustelle schon wieder viel verändert und die Anlage wächst in alle Richtungen. Noch immer sind alle Gewerke vom Tischler bis zum Modellbau tätig. Ein großer Teil der Gleise ist schon verlegt und während die Elektroniker unter der Anlage mit dem Anschließen beschäftigt sind, wird über Tage weiter das Gebirge modelliert. Häuser werden teils testweise, teils auch schon fest auf der Anlage aufgestellt. Die Vegetation wird aufgebracht und erste Szenen mit Miniaturbewohnern geben einen Eindruck, wie die Anlage einmal aussehen wird.

Später wird man als Besucher kaum ahnen, wie viel Arbeit derzeit in diesen Abschnitt gesteckt wird. Dabei lohnt es sich schon jetzt, einen Blick auf das Miniatur Italien zu werfen, das am Rande der laufenden Anlage immer weiter an Form gewinnt. Das Ergebnis, soviel ist jetzt schon deutlich zu erkennen, wird spektakulär.
Das findet auch unser Paparazzo…

PS.: Liebe Wunderländer, falls jemand bei euch seinen Joghurtlöffel vermisst: Im Kolosseum liegt einer 😉

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  6 Antworten zu “Miniatur Italien, April 2015”

  1. Ciao Sascha – da hast Du ja wieder mal mächtig zugeschlagen! Mir verursacht Dein Thema doppelte Vorfreude: 1. werde ich mir die Motive und mehr in der nächsten Woche persönlich und vor Ort ansehen können, und 2. werde ich Dich dort treffen (Hafengeburtstag). Wenn das kein Grund zur (Vor)Freude ist …
    Liebe Grüße Alf

  2. Hallo Sascha,

    ganz tolle Bilder und Geschichten, die Du hier mit Text und Foto erzählst. War ein zählreicher und lustiger Samstag in der Speicherstadt!

    Viel Spass beim Hafengeburtstag und bis September.

    • Hallo Feuer-wer,

      ist immer wieder toll, die Anlage mit Forumanen Freunden unter die Lupe zu nehmen. Unterhaltsamer kann ein Wunderlandbesuch nicht sein. 🙂
      Freue mich schon auf unseren nächsten gemeinsamen Bummel an der Anlagenkante.

  3. Buon Giorno Sascha!
    Was für beeindruckende Fotos hast du uns aus Bella Italia mitgebracht!
    Ciao, Kirsten

    • Moin Kirsten,

      Danke Dir! Wird immer besser dort. Mal sehen, wie es aussieht, wenn die Bevölkerung dort sesshaft geworden ist… 🙂

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