Baakenhafen Update 2018

Ein bisschen Schnee, klirrende Kälte und strahlend blauer Himmel waren meine Begleiter bei einem Spaziergang auf dem Großen Grasbrook an einem Samstag Anfang März. Eine gute Gelegenheit, einen Blick auf die neue Hochbahnstation und den fast fertigen Baakenhafenpark zu werfen.

U4 Elbbrücken

Wer regelmäßig mit der Bahn von Hamburg Richtung Süden fährt, konnte in den letzten Jahren verfolgen, wie an den Norderelbbrücken die neue Station der Hochbahn entsteht. Nachdem das Baugerüst verschwunden ist, kommt die eindrucksvolle Konstruktion der gläsernen Bahnhofshalle nun ganz zur Geltung. Auf 136 Metern Länge wölbt sich die aus Stahlträgern geflochtene Hülle über die Bahnsteige der Station Elbbrücken. Sie ist damit länger, als die Halle des Dammtorbahnhofes und fast ebenso breit. Hier, direkt am Ufer der Norderelbe werden ab Dezember 2018 die Züge der Linie U4 ihre neue Endhaltestelle haben.

Parallel zur Hochbahnstation entsteht derzeit 100 Meter weiter östlich ein ähnliches Bauwerk an der S-Bahn Stecke nach Harburg. Beide Stationen sollen über einen „Skywalk“ miteinander verbunden werden und so ein bequemes Umsteigen ermöglichen, denn zwischen den beiden Bahnhöfen verlaufen die Gleise der Fernbahn. Anders als die Hochbahnstation muss der Bau an der S-Bahn größtenteils bei laufendem Betrieb erfolgen.

Eingerahmt wird die große gläserne Halle von einer Bahntrasse mit vorbei donnernden Zügen auf der einen Seite und einer großen planierten Brache auf der anderen. Das wirkt schon etwas unwirklich. Bis vor einigen Jahren standen auf der Landzunge westlich der Station noch Lagerhallen und Hafenkräne. Dann kamen die Bagger und die Kaianlagen rund um den Baakenhafen waren Geschichte. An ihrer Stelle wächst jetzt die Hafencity von Westen nach Osten über die Insel.

Zunächst die U-Bahn zu bauen und erst danach Straßen und Gebäude, ist eine sinnvolle Strategie, führt allerdings dazu, dass Stationen zunächst quasi im Niemandsland enden. Das war besonders bei der derzeitigen Endhaltestelle „Hafencity Universität“ der Fall. Mit Eröffnung der Universität und weiterer Bebauung hat sich das inzwischen geändert. Eine aktuelle Statistik bei dt5online berichtet von inzwischen über 3.800 Fahrgästen, die die Station pro Werktag nutzen.

Mit Eröffnung der neuen Haltestelle an den Elbbrücken könnten die Fahrgastzahlen auf der Hafencity-Strecke jedoch deutlich steigen. Zum einen liegt der dicht besiedelte Stadtteil Rothenburgsort im Einzugsgebiet der Station, zum anderen können Pendler aus dem Süden hier direkt von der S-Bahn auf die Hafencity-Linie wechseln. Kommende Bauprojekte, wie Elbtower, Geschäfte, Hotels und die Besiedlung des Baakenhafens werden die Nachfrage nach einem leistungsfähigen öffentlichen Verkehrsmittel im neuen Stadtteil laufend erhöhen.

Die Station selbst ist baulich für den direkten Anschluss einer Brücke über die Elbe vorbereitet. Ob und wann ein „Sprung über die Elbe“ erfolgt, ist jedoch bisher völlig offen.

Der Berg ruft

Noch wirkt die Gegend um das alte Hafenbecken jedoch gerade im Osten wie eine große unbespielte Sandkiste. Zumindest an den Wochenenden, denn gebuddelt wird hier seit Jahren. Nachdem die Hochbahn ihre Tunnelbaustellen geschlossen hat, schiebt sich im Norden wieder die zwischenzeitlich verschwundene Versmannstraße langsam am Ufer entlang Richtung Elbbrücken, gefolgt von den Betongerippen entstehender Wohn- und Gewerbebauten.

Apropos Sandkiste: Im alten Hafenbecken wurde inzwischen eine Halbinsel aufgeschüttet, auf der derzeit der Baakenpark Formen annimmt. Ein großer Spielplatz ist bereits fertig, der Park selbst soll im Mai 2018 offiziell eröffnet werden. Von hier schwingt sich seit Mitte 2017 auch die Baakenparkbrücke über das Wasser und schafft für Fußgänger eine zweite Verbindung zum Nordufer.

Ein bisschen lustig sieht eine Erhebung an der Südseite des Hafenbeckens aus, die auf den Namen „Himmelsberg“ hört und in Zukunft Bewohnern und Besuchern den Blick über aufstrebende Bebauung hinweg auf Hafen und Stadt sichern könnte.
Die klaren, strengen Linien der Aufschüttung erinnern den Betrachter nicht unbedingt sofort an einen Berg, sondern eher an soliden norddeutschen Deichbau. Von Vorteil bei einer Lage am Ufer eines Tidengewässers.

Baakenallee

Während auf der Nordseite des Baakenhafens im Anschluss an die Hafencity Universität inzwischen weitere Gebäude entstehen, dienen das Baakenhöft und die Landzunge zwischen Hafenbecken und Stromelbe derzeit in erster Linie als Umfahrung der noch nicht wieder hergestellten Versmannstraße. Die Baakenallee, die später einmal eine Art „Dorfstraße“ im Quartier sein soll liegt auf einem Deich in der Mitte der Landzunge noch im Dornröschenschlaf.

Norderelbe

So hat man hier derzeit einen weiten Blick auf die Norderelbe mit ihren charakteristischen Pfählen in der Strommitte und auf eine Stadt in den verschiedenen Stadien ihrer Entstehung. Beides bietet bei genauer Betrachtung reizvolle Motive – auch bei klirrender Kälte.

Wie sehr sich die Gegend um den Baakenhafen in den letzten Jahren bereits verändert hat, erkennt man, wenn man die aktuellen Fotos mit den Bildern aus 2013 vergleicht.

Brückenschlag im Baakenhafen

2 Antworten auf „Baakenhafen Update 2018“

    1. Moin Günni,

      freut mich sehr, dass Dir die Aufnahmen gefallen, für alle, die ein MFM Quartier in der Nähe der Elbbrücken bevorzugen, ergibt sich ab 2019 wohl eine interessante neue Anfahrt zur Speicherstadt.

      Liebe Grüße an den Rhein

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