Flutgebiet

00_Wassermarke_Speicherstadt_HamburgAus gegebenem Anlass heute mal ein paar Bilder zum Thema Flutschutz in Hamburg und warum ein Teil der Stadt regelmäßig „versinkt“.

Flutgebiet

01_Hamburger_Wetter

Hochwasser gibt es in Hamburg 2x täglich, denn die Stadt liegt im Gebiet der Tideelbe. Ebbe und Flut gehören zum Alltag vieler Hamburger. Die niedrig gelegenen Stadtteile an der Elbe sind auf diesen Wechsel der Gezeiten ausgelegt. Während die Innenstadt, die Elbinsel Wilhelmsburg und viele weitere Siedlungs- und Industriegebiete eingedeicht sind und auch bei Sturmfluten trocken bleiben, ist der Hafen Flutgebiet, d.h. bei besonders hohen Wasserständen werden hier Überflutungen in Kauf genommen. Dies betrifft auch die Elbinsel „großer Grasbrook“, auf der die Hafencity entsteht.
Droht eine Sturmflut, wird das Flutgebiet evakuiert, besonders Fahrzeuge werden in Sicherheit gebracht. Hier ist Eile geboten, denn zahlreiche Fluttore in der Schutzmauer werden rechtzeitig geschlossen, um die Eindeichung dicht zu machen.

02_Speicherstadt03_Speicherstadt04_Flutschutztor_Oberhafenbrücke05_Flutschutztor_Brooksbrücke

höher gelegt

07_Geländeaufschüttung_Grasbrook

Die Flutsituation ist auch eine besondere Herausforderung beim Bau der Hafencity. Sie entsteht mitten im Flutgebiet auf einer Elbinsel mit dem Namen „Großer Grasbrook“. Große Teile des neuen Stadtteils werden nach und nach um etliche Meter aufgeschüttet, bevor dort Gebäude errichtet werden. Im Gebiet der historischen Speicherstadt ist eine solche Aufschüttung natürlich nicht möglich. Dort werden die Neubauten auf sogenannten „Warftsockeln“ errichtet, die i.d.R. als Tiefgaragen genutzt werden und mit recht imposanten Schutztoren verschlossen werden können. In diesem Bereich wurde mit einer Vielzahl von Brücken und Stegen eine zweite Ebene geschaffen, auf der das Gebiet auch bei Überflutung von Fußgängern noch sicher durchquert werden kann.

07_Geländeaufschüttung_Hafencity08_Flutmauer_Hafencity09_Warftsockel_Hafencity10_Warftsockel_und_Pontons_Hafencity

falls nötig bergauf

12_Alsterpumpwerk

Im Normalfall fließt die Alster in die Elbe. Interessant wird es jedoch, wenn durch eine Sturmflut der Pegel der Elbe so hoch steigt, dass sich die Flussrichtung umkehrt. Um zu verhindern, das Elbwasser in die Alster (und die Innenstadt) läuft, wurde die Schaartorschleuse geschaffen, die dann als Sperrwerk fungiert.
Dumm nur, dass die Alster ihrerseits weiter Wasser transportiert, das sich dann im Alsterfleet staut. Um die Alster trotzdem weiter fließen zu lassen, sind im Alsterschöpfwerk starke Pumpen installiert, die den Fluss notfalls auch mal „bergauf“ fließen lassen.

13_Alsterpumpwerk14_Schwelle

an der Elbe

15_Fischauktionshalle

Grundsätzlich ist das Flutgebiet also gut gerüstet. Anleger sind oft als schwimmenden Pontons ausgeführt, Gebäude entsprechend robust gebaut. Wie man im Güterhafen mit der Flut umgeht schildert der unten verlinkte Artikel sehr eindrucksvoll.

Allerdings versprechen steigende Pegel und eine eventuelle weitere Elbvertiefung auch für die Zukunft neue Herausforderungen in punkto Hochwasserschutz. Hoffen wir also, dass die Deiche morgen früh alle dicht halten!

16_Landungsbrücken17_Brücke_Hafentheater18_Pfeilerbahn

Links

2 Antworten auf „Flutgebiet“

  1. Moin Sascha,

    mal wieder starke Bilder. Hoffentlich ist morgen früh ab 0700h noch was zum fotografieren da. Passt auf Euch auf in Orkan und Flut.
    Ich denke an Euch.

    Gruß

    Micha

    1. Moin Micha,

      danke!

      Jetzt schneit es erst mal (!) und der Nikolaus rumpelt auch schon herum…
      Das nächste Hochwasser ist gegen 6:30 in der Frühe, dann wissen wir mehr.

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