Grasbrook Update Feb. 2015

Nach längerer Zeit war ich mal wieder mit der Kamera auf dem Großen Grasbrook. Dort wandelt sich das alte Hafengebiet mehr und mehr zum neuen Stadtteil Hafencity. Besonders auf dem alten Bahnhofsgelände westlich des Bahndamms tut sich derzeit viel, denn dort entsteht ein großer Park.

ehem. Hannoverscher Bahnhof

Stück für Stück verschwindet das alte Hafen- und Bahngelände unter meterhohen Sandbergen.

 

Nachdem Ende 2013 die große Lagerhalle auf dem Gelände des Hannoverschen Bahnhofs abgebrochen worden ist, hat sich die Landschaft im Norden des Großen Grasbrooks bereits sehr verändert. Im Sommer 2014 wurden die verbliebenen Gleise abgetragen und das gesamte Gebiet auf Bombenblindgänger sondiert. Die dabei freigelegten Fundamente des ehemaligen Bahnhofsgebäudes boten seinerzeit einen spektakulären Anblick.
Doch der kurze Einblick in Hamburgs Geschichte der Industrialisierung ist inzwischen auch schon wieder Geschichte. Meterhoch türmen sich heute die Sandberge auf dem ehemaligen Hafengelände, die den entstehenden Lohsepark auf sturmflutsicheres Niveau anheben sollen. Neben den vorrückenden Sandbergen stapeln sich alte Bohlen und ein paar Prellböcke als letzte Überreste der alten Bahnanlagen, die teilweise noch bis Ende der 90er Jahre für den Güterumschlag genutzt wurden.

Am Rande liegen die letzten Reste der ehemaligen Bahnanlagen.

 

Geht man am Bahndamm ein paar hundert Meter Richtung Süden, stößt man dann aber doch noch auf Spuren des Hannoverschen Bahnhofs. Ein Stück Gleis und eine Weiche sind dort liegen geblieben, ebenso das letzte erhaltene Stück Bahnsteig des alten Kopfbahnhofs. Sie werden Teil eines Gedenkortes, der an die Deportationen in der NS-Zeit erinnern wird. In den Jahren 1940 – 45 wurden von hier aus fast 8.000 Menschen in die Arbeits- und Konzentrationslager verschleppt. Um die Erinnerung an diese dunkle Epoche der Stadtgeschichte, nun nicht unter unter der dicken Sandschicht zu begraben, entsteht hier u.a. ein Dokumentationszentrum. Auf Hamburg.de gibt es seit einigen Jahren ein eigenes Themenportal dazu. Hamburgs schicker neuer Park wird also untrennbar mit diesem lange verdrängten Kapitel der hamburgischen Geschichte verbunden.

Ein Stück Gleis und der alte Bahnsteig des ehem. Hannoverschen Bahnhofs.

 

Auf dem nördlichen Grasbrook dominieren derzeit vor allem Erdarbeiten, während sich vom Westen her die Häuserzeilen langsam in das neue Quartier hinein schieben. Dass hier bis 2019 der zentrale Park der Hafencity entstehen soll, kann man bis jetzt nur mit viel Phantasie erahnen.

Hafencity Universität

Auf der Südseite des Parkgeländes sieht es hingegen schon anders aus. Gerade wird dort mit Pflastersteinen ein geschwungenes Becken (?) angelegt. Auch Bäume werden hier bereits angepflanzt. Von der Station „Hafencity Universität“ aus soll der Park eine Sichtachse zur Innenstadt bilden, die zurzeit jedoch noch durch die hohen Sandberge unterbrochen wird. Später wird der Blick dann wohl eher an den Spiegel Häusern auf der Ericusspitze hängen bleiben.

Gartengestaltung auf er Südseite des Lohseparks.

 

Dieser Teil des Großen Grasbrooks gehörte früher zum Freihafen und auch hier gab es einen Bahnhof. Die Hafenbahn betrieb hier den Hafenbahnhof “Hamburg Kai rechts” (ASQ).
Verglichen mit meinem Besuch vor zwei Jahren, als der Bereich um die neu eröffnete Station „Hafencity Universität“ noch einer großen Sandkiste glich, ist hier im Frühjahr 2015 schon richtig Leben eingekehrt. Die Universität hat ihren Betrieb aufgenommen, die U-Bahn Station wird durchgängig angefahren und an der Promenade am „Buenos-Aires-Kai“ bummeln Besucher.

Noch immer wirken die neuen Gebäude zwischen den Baugruben wie Fremdkörper, die jedoch langsam zusammenwachsen. Die Promenade, die an den ehemaligen Kais entlang zum Magdeburger Hafen führt, bietet einen phantastischen Blick auf den östlichen Hafen, wo sich die lange maritime Geschichte des Großen Grasbrooks heute noch widerspiegelt.

Das (derzeitige) südliche Ende des Lohseparks, die Freitreppe an der Uni.

 

Der blaue Himmel auf einigen der Fotos ist übrigens „echt“. Bei herrlichem Licht entstand so an diesem Tage auch noch Material für eine kleine Fotoserie, die » blaue Woche.

Der „Buenos-Aires-Kai“ verbindet die Uni mit dem Magdeburger Hafen.

 

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3 Antworten auf „Grasbrook Update Feb. 2015“

    1. Danke!

      Ist allerdings auch ein „geschraubtes“ Bild. Da ich unten am Bahndamm leider gezwungen war, gegen das Licht zu halten, habe ich mit DxO gerettet, was zu retten war… Was ja auch durchaus Spaß machen kann. Nur der Himmel oben rechts ist bei der Aktion leider etwas in Mitleidenschaft geraten.
      Hier im „Blog“ geht´s mir aber in erster Linie um´s Dokumentieren, weshalb ich mit der Bildauswahl nicht ganz so pingelig bin.

      Im „Album“ habe ich gerade erst eine ganze Reihe Fotos aussortiert, die mir qualitativ nicht mehr gefielen. Du kennst das ja… 😉

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